Kein Stein fasziniert die Menschheit so sehr wie der Diamant —
entstanden in der Tiefe der Erde, geformt von Millionen Jahren
und veredelt durch Meisterhände.
Jeder Diamant ist ein Unikat. Seine Qualität und sein Wert
werden weltweit nach vier Kriterien beurteilt, die das
Gemological Institute of America (GIA) 1940 standardisiert hat.
Erstes C
Carat
Das Gewicht eines Diamanten wird in Karat gemessen. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm. Mit zunehmender Größe steigt der Preis überproportional, da große Rohdiamanten extrem selten sind.
Zweites C
Color
Die GIA-Farbskala reicht von D (absolut farblos) bis Z (deutlich gelblich). Farblose Steine der Klasse D–F gelten als besonders wertvoll und selten.
Drittes C
Clarity
Reinheit bezeichnet das Ausmaß natürlicher Einschlüsse und Oberflächenmerkmale. Lupenreine Steine (FL/IF) sind außerordentlich selten und entsprechend begehrt.
Viertes C
Cut
Der Schliff ist das einzige von Menschenhand beeinflusste Qualitätsmerkmal. Nur ein perfekter Schliff entfesselt das volle Feuer, die Brillanz und die Szintillation eines Diamanten.
Der Brillantschliff ist die bedeutendste Erfindung der modernen Gemmologie. Entwickelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Marcel Tolkowsky, verfügt ein runder Brillant über präzise 57 oder 58 Facetten, die Licht so brechen und reflektieren, dass maximale Helligkeit entsteht. Die obere Hälfte — die Krone — bricht einfallendes Licht in seine Spektralfarben auf und erzeugt das charakteristische Feuer. Das Untergeschoss, der Pavillon, wirkt als Spiegel: Lichtstrahlen werden zur Krone zurückgeworfen und erscheinen dort als lebendiges Blitzen.
Was den Brillanten vom einfachen Diamanten unterscheidet, ist ausschließlich dieser standardisierte Rundschliff. Jeder Brillant ist ein Diamant — doch nicht jeder Diamant ist ein Brillant.
3,5 Mrd.
Jahre — Alter des ältesten Diamanten
10
Härteste natürliche Substanz
57
Facetten eines Brillanten
150 km
Tiefe der Entstehung
Schliffformen
Vom Rohstein zum Juwel
Seit Jahrhunderten verfeinern Meister-Schleifer ihre Kunst.
Jede Form hat ihren eigenen Charakter — und ihre eigene Geschichte.
Kein anderer Edelstein hat eine so dramatische Entstehungsgeschichte.
Diamanten sind Zeugen aus dem Erdmantel — älter als die meisten Kontinente.
Diamanten entstehen in einer Tiefe von 150 bis 200 Kilometern unter der Erdoberfläche, wo Temperaturen von 900 bis 1.300 °C und ein Druck von 45.000 bis 60.000 Atmosphären herrschen. Unter diesen extremen Bedingungen ordnen sich Kohlenstoffatome zu einer kubischen Gitterstruktur an — dem härtesten natürlichen Material, das die Erde kennt.
Durch vulkanische Eruptionen werden diese Edelsteine in so genannten Kimberlitröhren an die Oberfläche transportiert — ein Prozess, der sich mit einer Geschwindigkeit von mehreren Hundert Kilometern pro Stunde vollzieht und innerhalb von Stunden das beendet, was Milliarden Jahre gebraucht hat zu entstehen. Die wichtigsten Förderländer heute sind Botswana, Russland, Kanada, Australien und die Demokratische Republik Kongo.
Erst nach dem Abbau beginnt die eigentliche Verwandlung: Rohdiamanten ähneln oft trüben, glanzlosen Steinen. Der Schleifer entscheidet, wie das Potenzial eines jeden Steins am besten freigesetzt werden kann. Bei einem bedeutenden Diamanten kann diese Planungsphase Monate dauern — ein falscher Schnitt könnte den Wert um Hunderttausende Euro mindern.
Synthetische Diamanten
Im Labor gezüchtete Diamanten sind chemisch identisch mit Naturdiamanten. Per CVD- oder HPHT-Verfahren hergestellt, kosten sie 60–80 % weniger. Für den Schmuckmarkt spielen sie eine wachsende Rolle — als Investment sind sie ohne emotionale und historische Bedeutung kaum geeignet.
Fancy Colours
Natürlich farbige Diamanten in Gelb, Pink, Blau oder dem begehrten Rot zählen zu den seltensten und teuersten Edelsteinen weltweit. Ihre Farbe verdanken sie Spurenelementen oder Gitterstörungen im Kristall. Ein vivid pink Diamond kann mehr kosten als ein farbloses Exemplar derselben Größe.
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